Kleinkind putzt Zähne

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Zähneputzen mit Know-how

31.01.2017

Das tägliche Putzen der Zähne bei kleinen und großen Kindern ist immer wieder ein wichtiges Thema im Familienleben. Frau Dr. med. dent. Sabine Hanke beantwortet vier häufig gestellte Fragen zu diesem Thema.

Früher galt mal die Regel „Drei Minuten Zähneputzen“ mit der obligatorischen Sanduhr. Sollte man das den Kindern heute auch noch so beibringen?

Die Sanduhr und die damit verbundene Zahnputzzeit sind immer noch zu empfehlen, da Kinder noch kein ausgeprägtes Zeitgefühl haben. Deswegen haben moderne elektrische Zahnbürsten auch einen Timer. Studien haben ergeben, dass aber auch Erwachsene sich gehörig verschätzen!

Eher langweilige Tätigkeiten können sich in die Länge ziehen und dauern gefühlt eine Ewigkeit. Dann ist natürlich auch sehr wichtig, dass Kinder ihrem Alter entsprechend die korrekte Zahnputztechnik erlernen.

In der Gruppenprophylaxe im Kindergarten erlernen die Kinder die KAI-Technik (Kaufläche-, Außen- und Innenflächen). In der Individualprophylaxe beim Zahnarzt werden alle Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren zweimal im Jahr beim Verfeinern der Putztechnik unterstützt. Speziell die Unterweisung der Zahnseidenanwendung und der elektrischen Zahnbürste erfolgt dann durch „Profis“ und dient der Unterstützung der Eltern.

Für die kleineren Patienten bieten wir auch eine „Eltern-Kind-Prophylaxe“ an, damit das Zähneputzen von klein auf richtig erlernt und geübt werden kann.

Ab wann ist ein Kind in der Lage, eigenständig die Zähne zu putzen?

Als Faustregel gilt: Wenn ein Kind flüssig schreiben kann, ist es von der Motorik in der Lage, die Zähne alleine sauber zu putzen. Bei der Benutzung der Zahnseide jeden Abend vor dem Zähneputzen brauchen die Kinder in der Regel noch etwas länger Unterstützung.

Gibt es für die Kinder auch (sanftere) Zahnreinigungen?

Im Rahmen der Individualprophylaxe bekommen alle Kinder zwischen 6 und 18 Jahren zweimal im Jahr eine Mundhygieneunterweisung mit einer auf sie abgestimmten Zahnreinigung von einer speziell ausgebildeten Prophylaxeassistentin. Gerade im kariesaktiven Kindes- und Jugendalter und zur Unterstützung der Eltern ist es wichtig, dass die Zähne regelmäßig von allen Belägen befreit und anschließend fluoridiert werden. Viele Eltern sind wirklich erstaunt, wenn durch Anfärben der Beläge gezeigt wird, dass die häusliche Mundhygiene noch verbessert werden kann.

Und viele Eltern kennen auch das Phänomen, dass es deutlich wirksamer ist, wenn eine „fremde“ Person Kritik übt und Verbesserungsvorschläge macht, als wenn die Mutter zum millionsten Mal auffordert, doch die Zähne gründlicher zu putzen!!

Es gibt Zahncremes mit und ohne Fluorid. Welche sind besser?

Entscheidend, gerade bei Säuglingen und Kleinkindern, ist eine sorgfältige Fluoridanamnese durch den (Kinder-)Zahnarzt. Dann kann anschließend empfohlen werden, welche und wieviel Zahnpasta benutzt werden sollte.

Grundsätzlich gilt: Die Zähne brauchen das Fluorid zum Remineralisieren der Zahnsubstanz, weil durch jede Nahrungsaufnahme ein Angriff auf die Zahnsubstanz erfolgt.

Aber auch eine Überdosierung von Fluorid sollte vermieden werden, da es eine Dentalfluorose, also Verfärbungen an den bleibenden Zähnen verursachen kann.

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in dem große und kleine Besucherinnen und Besucher Ausstellungsstücke anfassen und an allen Stationen auch selbst experimentieren dürfen.

Dr. med. dent. Sabine Hanke

Unsere Interview-Partnerin:
Dr. med. dent. Sabine Hanke ist spezialisiert für den Fachbereich der Kinderzahnheilkunde. Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern.
https://avadent.de/

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