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Autor:

Volker Schäfer

 

vom Duden Institut

für Lerntherapie

in Bad Soden im Taunus

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Das Familienmagazin für den Taunus und Umgebung

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Wie Eltern bei Lernschwierigkeiten helfen können

„Kannst du mal kommen? Ich versteh‘ das nicht!“

 

Viele Dinge, die uns schwer fallen, können wir von anderen Menschen erledigen lassen: „Kannst du dir mal meinen Computer anschauen?“, „Kannst du für mich einparken?“ – Beim Lernen funktioniert das leider nicht.

 

Die Frage „Kannst du nicht die Vokabeln für mich lernen?“ wird höchstens im Scherz gestellt. Und so fühlen sich Eltern, deren Kinder Lernschwierigkeiten haben, oft ähnlich hilflos wie der Trainer einer unglücklich agierenden Fußballmannschaft: Er würde sich vielleicht gerne selbst einwechseln – ihm bleibt aber nichts Anderes übrig, als vom Spielfeldrand aus hineinzurufen und ansonsten zuzusehen.

 

Vielleicht macht es Eltern Mut, sich klarzumachen, dass sie einen sehr wichtigen indirekten Einfluss auf die Lernerfolge ihrer Kinder haben.

Eine Forschergruppe der Universität Oxford belegte in einer Studie, dass ein anregendes und unterstützendes häusliches Umfeld einen großen und nachhaltigen Einfluss auf die Mathematikleistung eines Kindes hat.

 

Was aber können Eltern tun, um ein anregendes Lernumfeld zu schaffen? Aus unserer Sicht gibt es im Wesentlichen fünf Möglichkeiten. Eltern sollten

 

1. Vorbild sein

Greifen Sie in Gegenwart des Kindes häufig selbst zum Buch oder zum Stift und verdeutlichen Sie, dass Sie Gelerntes nutzen. Lesen Sie viel und regelmäßig vor.

 

2. helfen, die Freude am Lernen zu erhalten

Machen Sie mit vielen Beispielen deutlich, dass es nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag viele Anlässe zum Lesen, Schreiben und Rechnen gibt.

 

3. bei der Lernorganisation unterstützen

Richten Sie mit Ihrem Kind gemeinsam einen ordentlichen und angenehmen Arbeitsplatz ein und überlegen Sie zusammen, wie die Lern- und Hausaufgabenzeit sinnvoll genutzt und begrenzt werden kann.

 

4. Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand geben

Lassen Sie Ihr Kind erklären, wie weit es eine Aufgabenstellung verstanden hat und wie es herangehen würde. Geben Sie Tipps, aber lassen Sie selbstständig arbeiten. Statt Hausaufgaben zu kontrollieren, regen Sie lieber zur Selbstkontrolle an.

 

5. ein positives Selbstbild fördern

Nehmen Sie die Erfolge Ihres Kindes wahr und loben Sie. Geben Sie das Gefühl, dass es sich auf Sie verlassen kann, ohne etwas dafür tun zu müssen.

 

Ein anregendes und unterstützendes häusliches Umfeld tut allen Kindern gut. Kinder mit besonderen Lernschwierigkeiten, insbesondere einer Rechenschwäche oder Lese-Rechtschreib-Schwäche, brauchen jedoch meist zusätzlich professionelle Unterstützung, um sich gut entwickeln zu können.

 

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